Jemand droht dir mit einem Nacktbild? Du musst jetzt nicht allein entscheiden.
Vielleicht ist das Bild echt. Vielleicht wurde es mit KI gefälscht. Für die ersten Schritte macht das keinen Unterschied: Zahle nicht, schicke nichts nach und sichere die Drohung, bevor du den Kontakt abbrichst.
Dieser Artikel führt dich durch die nächsten Minuten und erklärt danach, was zusätzlich nötig ist, wenn das Bild bereits verschickt oder im Internet veröffentlicht wurde.
Kurz gesagt
Zahle nicht und erfülle keine weitere Forderung. Sichere Account, Nachrichten, URLs und Zahlungsforderung, ohne mit dem Täter weiterzuverhandeln. Brich danach den Kontakt ab, melde den Account und erstatte Anzeige.
Wichtig: Wenn du dich bedroht fühlst, jemand vor deiner Tür steht oder du glaubst, dir selbst etwas anzutun: Wähle 110 beziehungsweise 112 und hole sofort eine vertraute Person dazu.
Dein nächster Schritt: Prüfe anschließend getrennt, ob nur gedroht wurde, das Bild an Kontakte verschickt oder öffentlich hochgeladen wurde. Erst dann ist klar, welche Meldungen und Löschungen zusätzlich nötig sind.
Niemand kann von außen sicher versprechen, dass keine private Kopie existiert. Eine Plattformlöschung, eine Anzeige und eine Entfernung aus Suchmaschinen lösen außerdem unterschiedliche Teile des Problems.
Kein Geld, keine weiteren Bilder und keine neuen persönlichen Daten senden.
Nachrichten, Account, URLs, Datum und Zahlungsforderung dokumentieren.
Nach der Sicherung nicht weiterverhandeln, melden und blockieren.
Drohung, Direktversand und öffentliche Fundstelle getrennt bearbeiten.
Wenn du gerade in Panik bist: Beginne mit diesen vier Schritten
Erpressung mit intimen Bildern wird oft Sextortion genannt. Das bedeutet einfach: Jemand setzt dich mit einem echten oder gefälschten Nacktbild unter Druck. Die Person fordert Geld, weitere Bilder, ein Treffen oder etwas anderes und droht damit, das Material zu veröffentlichen.
Jetzt zählt eine klare Reihenfolge:
- Zahle nicht und schicke nichts nach. Eine Zahlung kauft dir keine verlässliche Löschung. Sie zeigt dem Täter nur, dass der Druck funktioniert.
- Sichere die Drohung. Dokumentiere den Account, den Benutzernamen, die Nachrichten, sichtbare URLs, Datum, Uhrzeit und die Zahlungsforderung.
- Brich danach den Kontakt ab. Diskutiere nicht weiter, drohe nicht zurück und sende keine zusätzlichen Daten. Melde und blockiere den Account.
- Hole dir Unterstützung. Erstatte Anzeige und erzähle mindestens einer vertrauten Person, was passiert ist. Scham isoliert dich – genau darauf setzt die Erpressung.
Wenn eine unmittelbare Gefahr besteht, wähle 110. Bei einer medizinischen oder psychischen Krise wähle 112. Die TelefonSeelsorge ist außerdem anonym und kostenlos unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar.

Du musst die Situation nicht allein lösen. Eine vertraute Person kann dir helfen, Beweise ruhig zu sichern und danach den Kontakt abzubrechen.
Echte und gefälschte Nacktbilder brauchen dieselben Sofortschritte
Vielleicht hast du das Bild früher selbst verschickt. Vielleicht wurde ein Videochat heimlich aufgenommen. Vielleicht hat jemand aus einem normalen Social-Media-Foto ein Fake-Nacktbild erstellt.
Du musst das nicht zuerst technisch beweisen. Eine Erpressung bleibt eine Erpressung – auch wenn das gezeigte Bild mit KI erzeugt wurde. Sichere die Drohung und behandle sie ernst. Ob das Bild echt oder gefälscht ist, wird erst bei der späteren Meldung und Entfernung genauer beschrieben.
Du bist auch nicht „selbst schuld“, wenn du einer Person einmal vertraut und ein intimes Bild verschickt hast. Verantwortlich ist die Person, die dieses Vertrauen als Druckmittel missbraucht.
Drohung, Direktversand und Veröffentlichung sind drei verschiedene Lagen
Nach dem Kontaktabbruch musst du nicht wahllos das ganze Internet durchsuchen. Kläre zuerst, was tatsächlich passiert ist.
1. Es gibt bisher nur eine Drohung
Der Täter zeigt dir Material und behauptet, es zu verschicken. Sichere diese Drohung. Informiere die Polizei und melde den Täteraccount. Gehe nicht davon aus, dass die Behauptung harmlos ist – aber auch nicht davon, dass das Bild bereits überall veröffentlicht wurde.
2. Das Bild wurde direkt an einzelne Personen geschickt
Bitte die Empfänger kurz und sachlich, die Nachricht nicht weiterzuleiten, den Absender zu melden und die Datei zu löschen. Du musst dich nicht rechtfertigen. Ein Satz reicht: „Ich werde gerade mit einem echten oder gefälschten intimen Bild erpresst. Bitte leite es nicht weiter und melde den Account.“
3. Das Bild ist öffentlich im Internet
Sichere die genaue Beitrags-URL und – soweit gefahrlos möglich – die direkte Bildadresse. Melde die Veröffentlichung bei der Plattform. Prüfe später zusätzlich, ob Suchmaschinen bereits Vorschauen zeigen und ob Kopien auf anderen Seiten existieren.
Diese Ebenen dürfen nicht vermischt werden: Eine Anzeige löscht keine Website. Eine gelöschte Website entfernt nicht automatisch einen Google-Treffer. Und eine Entfernung aus Google löscht nicht die Datei an der Quelle.
Was du als Beweis sichern solltest
Sichere nur, was bereits vor dir liegt. Provoziere keine weitere Nachricht und lade fehlendes intimes Material nicht neu herunter.
- Benutzername, Profil-Link und Plattform;
- vollständige Drohung und geforderte Handlung;
- Zahlungsdaten, Wallet, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse;
- Datum und Uhrzeit;
- URL eines veröffentlichten Posts oder einer Website;
- Hinweise darauf, an wen das Material bereits geschickt wurde.
Die Polizei-Beratung empfiehlt, Beweise zu sammeln, die Plattform zu informieren, Anzeige zu erstatten und den Kontakt abzubrechen. Über die Onlinewache erreichst du das zuständige Portal deines Bundeslandes. Bei unmittelbarer Gefahr ist die Onlinewache nicht der richtige Weg – dann rufst du 110.
Warum Bezahlen das Problem nicht löst
Du kaufst mit einer Zahlung weder Kontrolle über die Datei noch eine verlässliche Zusage. Der Täter kann eine Kopie behalten, später mehr verlangen oder das Bild trotzdem verschicken. BKA und Polizei raten deshalb ausdrücklich davon ab, Geld zu überweisen oder weitere Forderungen zu erfüllen.
Falls du bereits gezahlt hast, ist es trotzdem nicht zu spät. Brich weitere Zahlungen ab, sichere auch die Transaktion und informiere Polizei und Zahlungsdienst. Schäme dich nicht dafür: Erpresser bauen absichtlich so viel Zeitdruck auf, dass Betroffene aus Angst handeln.
Was Polizei und Plattform jeweils leisten
Die Polizei dokumentiert und verfolgt die Erpressung. Sie kann Täterdaten, Zahlungswege und Zusammenhänge sichern. Nach unserer Erfahrung entsteht eine indirekte Wirkung auch dann, wenn ein ermittelbarer Hoster in der EU auf ein Verfahren reagiert und einen Account sperrt oder Druck auf einen Betreiber ausübt.
Die Plattform kontrolliert dagegen den Account und die Inhalte in ihrem eigenen Dienst. Sie kann einen Täteraccount sperren und einen Post entfernen. Bei einer veröffentlichten Datei braucht es deshalb beides parallel: Strafverfolgung für die Tat und Entfernung für die konkrete Fundstelle.
Wenn du nicht weißt, wer welche Aufgabe übernimmt, hilft unser Vergleich Polizei, Anwalt oder defake?.
Wenn das Bild veröffentlicht wurde: Vier Ebenen kontrollieren
Nach einer sichtbaren Löschung ist die Arbeit nicht automatisch beendet:
- Account oder Beitrag: Ist der ursprüngliche Post entfernt?
- Direkte Datei: Lädt das Bild noch über seine eigene Adresse?
- Suchmaschinen: Sind Webtreffer oder Bildvorschauen sichtbar?
- Weitere Kopien: Ist das Material in einem anderen Account, Forum oder auf einer Spiegelseite wieder aufgetaucht?
Google bietet einen eigenen Weg für reale intime Bilder und sexualisierte KI-Bilder. Das entfernt einen Treffer aus der Google-Suche, nicht automatisch die Ursprungsdatei. Die genaue Auswahl für Websuche und Bildersuche erklären wir in Bilder aus Google-Suche und Google-Bildersuche entfernen.
Was defake in dieser Lage übernimmt
Wenn bereits eine öffentliche Fundstelle existiert, kann ein TAKEDOWN die Entfernung gezielt bearbeiten. Wir prüfen nicht nur, ob die sichtbare Seite verschwindet, sondern auch direkte Dateien und relevante technische Dienstleister hinter der Seite. Bei unkooperativen Anbietern kann glaubhafter Druck über Betreiber, Hoster, CDN und Domain-Registrar entscheidend sein.
Der KI RADAR sucht während der gesamten Laufzeit deines aktiven Pakets nach bekannten und veränderten Varianten. Technische Suche und menschliche Sichtprüfung werden kombiniert, weil zugeschnittene, beschriftete oder per KI veränderte Bilder automatische Systeme umgehen können.
Auch dieser Prozess hat eine klare Grenze: Niemand kann private Geräte, jede geschlossene Gruppe und jede unbekannte Website vollständig kontrollieren. Monitoring soll neue öffentliche Fundstellen früher erkennen und damit die Zeit verkürzen, in der sie unbemerkt weiterverbreitet werden.
Wenn du noch keine öffentliche Fundstelle kennst, beginne mit Gestohlene Bilder im Internet finden. Wenn du direkt Unterstützung möchtest, kannst du das Plus-Paket aktuell sieben Tage kostenlos testen.
Häufige Fragen zur Erpressung mit Fake-Nacktbildern
Soll ich den Täter warnen, dass ich zur Polizei gehe?
Verhandle nicht weiter und drohe nicht zurück. Sichere die vorhandenen Nachrichten und brich danach den Kontakt ab. Zusätzliche Diskussionen geben dem Täter nur neue Gelegenheiten, Druck aufzubauen oder Daten über dich zu sammeln.
Soll ich zahlen, wenn die Forderung klein ist?
Nein. Die Höhe ändert nichts daran, dass der Täter die Datei behalten und neue Forderungen stellen kann. Eine Zahlung ist keine kontrollierbare Löschung.
Was mache ich, wenn das Bild mit KI gefälscht wurde?
Gehe bei der Drohung genauso vor wie bei einem echten Bild: nicht zahlen, Beweise sichern, Kontakt abbrechen, Plattform melden und Anzeige erstatten. Bei der Inhaltsmeldung gibst du zusätzlich an, dass es sich um ein sexualisiertes KI-Bild handelt.
Muss ich das Bild für eine Meldung erneut herunterladen?
Nein. Nutze vorhandene Nachrichten, Links und Bildschirmaufnahmen. Lade eine fehlende intime Datei nicht neu herunter und schicke sie nicht weiter, nur um einen Beweis zu erzeugen.
Was kann die Polizei tun, wenn der Täter im Ausland sitzt?
Eine Anzeige sichert den Vorgang und kann Zahlungswege, Accounts und Zusammenhänge erfassbar machen. Sie entfernt aber nicht automatisch jede Veröffentlichung. Deshalb müssen Strafverfolgung und technische Entfernung bei öffentlichen Fundstellen parallel laufen.
Ist nach der Löschung alles beendet?
Nicht zwingend. Direkte Dateien, Suchmaschinen-Vorschauen oder bereits vorhandene Kopien können weiterbestehen. Kontrolliere die betroffene Plattform, die direkte Datei, Web- und Bildersuche sowie neue Fundstellen getrennt.
Was ist, wenn ich gerade nicht mehr weiterweiß?
Bleib nicht allein. Hole eine vertraute Person dazu. Bei unmittelbarer Gefahr wähle 110, bei einer medizinischen oder psychischen Krise 112. Die TelefonSeelsorge erreichst du anonym und kostenlos unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123.
Quellen und Aktualität
Quellen zuletzt geprüft am 01. September 2026. Kontaktdaten, Meldewege und die technischen Dienstleister einer Website können sich ändern. Deshalb nennen wir das Datum unserer letzten Prüfung.



